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 In einem Korrektorat sind häufig mehrere Korrektoren beschäftigt. Natürlich kann ein Korrektor aber auch allein ein Korrektorat führen, wird dann aber weniger vielfältige Aufträge übernehmen können. Bearbeitet werden zum Beispiel Buchprojekte, Veröffentlichungen für Zeitungen und Zeitschriften, aber auch Beiträge zu wissenschaftlichen Werken oder Abschlussarbeiten von Studenten. Dabei wird nicht immer nur eine Korrektur in deutscher Sprache verlangt, es kann auch sein, dass im Korrektorat eine fremdsprachige Korrektur nachgefragt wird. In dem Fall werden die Aufträge in erster Linie an Muttersprachler vergeben. Wenn es sich um die Korrektur von wissenschaftlichen Arbeiten handelt, so ist es von großem Vorteil, wenn der Korrektor mit dem Fachgebiet vertraut ist. Auch wenn keine inhaltliche Korrektur vorgenommen wird, so ist es doch weitaus leichter, einen Fachtext zu korrigieren, wenn die Termini bekannt sind. Andernfalls wird die Korrektur der Rechtschreibung sehr aufwändig, auch wenn im Korrektorat mit einer speziellen Software gearbeitet wird.
Ein Korrektorat kontrolliert Texte von Autoren und Kunden aller Art. Diese Texte erhalten die Freiberufler auf Datenträgern, online oder ausgedruckt auf Papier als so genannte Korrekturfahnen. Sie lesen und prüfen die Texte hinsichtlich Orthografie, Grammatik und Interpunktion. In der Literatuwissenschaft unterscheidet man in der Belletristik Gattungen und Formen wie Epik, Roman, Novelle, Dramatik, Komödie, Hörspiel.
Diese Begriffsverengung der „schönen Literatur“ auf die „poetische Nationalliteratur“, die besonders vehement im deutschen Sprachraum durchgesetzt wurde, der hier ein nationales Diskussionsfeld aufbaute, dürfte vor allem dafür verantwortlich sein, dass der deutschsprachige Buchhandel, um den internationalen Markt breiten Publikumsinteresses noch benennen zu können, die alte Begriffsbildung überleben ließ. Aus den belles lettres wurde, weniger französisch klingend, die „Belletristik“. Sie umfasst noch heute weitgehend das Spektrum, das die belles lettres im frühen 18. Jahrhundert umfassten: Memoires, populärwissenschaftliche Bücher, Romane – kurz das gesamte Feld, aus dem die Nationalliteraturen entstanden, eingebettet in den aktuellen internationalen Massenmarkt.
Unsere Empfehlung:
Martin Ahrends
Verlorenwasser
Reihentitel: Göttinger Sudelblätter (Hg. von Heinz Ludwig Arnold)
€ 14,00 (D)
€ 14,40 (A)
CHF 25,70
erschienen 2000 , lieferbar
48 Seiten
Einband: engl. broschiert
Format: 17 x 24,5 cm
ISBN-10: 3-89244-402-1
ISBN-13: 978-3-89244-402-2
KurztextPressestimmenAutorbiographieLeseprobe
Anna Eisners Aufstieg in der DDR-Gesellschaft und der Abstieg nach der Trennung von ihrem Stasi-Ehemann geschildert in der eindringlichen Sprache eines Berichts.
»Verlorenwasser« ist der Name eines Dorfes im Hohen Fläming, in dem Annas Schwiegereltern eine Datsche besitzen. Seitdem Anna Harald Eisner geheiratet hat, geht alles ganz einfach: Annas Vater avanciert zum Straßenbahn-Cheffahrer, Anna darf während eines Krankenhausaufenthaltes ihr Abitur ambulant ablegen und unmittelbar danach ihr erträumtes Medizin-Studium beginnen. Weitere Privilegien: die Vierzimmerwohnung in der Leninallee, der Zweitwagen, die Datsche am See, ein Motorboot. Als der behinderte Sohn Grischa zur Welt kommt, kann Anna stundenweise im Kollektiv der »Wettkampfpsychologen« bei Dynamo Berlin arbeiten. Die Welt scheint in Ordnung, doch steht die Familie nach Annas schwer begründbarem Gefühl kurz vor der Katastrophe: »Es ist das Gefühl von doppeltem Boden, von dünnem Eis.« Die Anzeichen mehren sich: Anna erfährt, daß Haralds Baubetrieb der Stasi untersteht, den Schwiegervater sieht sie plötzlich in hochdekorierter Uniform beim Parteitag. Nachdem Anna die Scheidung eingereicht hat, verläuft ihr Lebensweg in umgekehrte Richtung: Drohungen, Beschuldigungen und Willkür prägen den Alltag: Sie verliert ihren Job, landet vorübergehend in der Psychiatrie, die Tochter wird nicht zum Abitur zugelassen.
Januar 1990: Montagsdemo auf dem Berliner Alexanderplatz. Anna lernt eine ältere Dame aus Westberlin kennen. Sie kommen ins Gespräch und Anna erzählt ihre Geschichte. Es komme ihr manchmal so vor, als habe sie alles nur geträumt, sagt Anna. Aber die Angst bleibt, es könne alles wieder von vorn beginnen.
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