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 Wer in einem Lektorat tätig ist, bekommt es mit den verschiedenen Textsorten und Arten von Veröffentlichungen zu tun. Dabei muss allerdings zwischen einem normalen Lektorat und einem Wissenschaftslektorat unterschieden werden. Im Lektorat werden Texte hinsichtlich der Sprache und des Inhaltes kontrolliert, was zwar in einem Wissenschaftslektorat auch der Fall ist, jedoch werden die Inhalte hier von der wissenschaftlichen Seite betrachtet. Daher werden in einem solchen Lektorat in erster Linie wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen kontrolliert. Kontrolle und Korrektur sind die maßgeblichen Inhalte der Arbeit in einem Lektorat. Hinzu kommt die Betreuung der Autoren, die für einen Verlag tätig sind. Das Lektorat ist entweder einem Verlag angeschlossen oder arbeitet selbstständig. Es werden Glossare und Inhaltsverzeichnisse, Klappentexte und Kurzbiographien zum Autor verfasst. Insofern ist die Tätigkeit in einem Lektorat durchaus auch als kreativ zu bezeichnen. Das Lektorat steht als Vermittler zwischen Autor und Verlag, aber auch zwischen Verlag und Druckerei und ist der Ansprechpartner für viele verschiedene Dinge, die bis zur Veröffentlichung eines Werkes geregelt werden müssen.
Das klassische Berufsbild eines Lektorates beinhaltet eine Vielzahl von Tätigkeiten, die häufig über die reine Arbeit am Text hinausgehen.
Ein freies Lektorat führt so zum Beispiel auch folgende Tätigkeiten aus:
- Buchprojekte entwickeln
- Manuskripte beurteilen
- Autoren und Übersetzer betreuen
- Register erstellen
- Erstellen von Inhaltsverzeichnissen
- Erstellen einer Kurzbiografie des Autors
- Verfassen von Klappentexten
- Auswahl von Bildern, Illustrationen und Grafiken
- Verfassen von Bildunterschriften
In der Literatuwissenschaft unterscheidet man in der Belletristik Gattungen und Formen wie Epik, Roman, Novelle, Dramatik, Komödie, Hörspiel.
Diese Begriffsverengung der „schönen Literatur“ auf die „poetische Nationalliteratur“, die besonders vehement im deutschen Sprachraum durchgesetzt wurde, der hier ein nationales Diskussionsfeld aufbaute, dürfte vor allem dafür verantwortlich sein, dass der deutschsprachige Buchhandel, um den internationalen Markt breiten Publikumsinteresses noch benennen zu können, die alte Begriffsbildung überleben ließ. Aus den belles lettres wurde, weniger französisch klingend, die „Belletristik“. Sie umfasst noch heute weitgehend das Spektrum, das die belles lettres im frühen 18. Jahrhundert umfassten: Memoires, populärwissenschaftliche Bücher, Romane – kurz das gesamte Feld, aus dem die Nationalliteraturen entstanden, eingebettet in den aktuellen internationalen Massenmarkt.
Unsere Empfehlung:
Martin Ahrends
Verlorenwasser
Reihentitel: Göttinger Sudelblätter (Hg. von Heinz Ludwig Arnold)
€ 14,00 (D)
€ 14,40 (A)
CHF 25,70
erschienen 2000 , lieferbar
48 Seiten
Einband: engl. broschiert
Format: 17 x 24,5 cm
ISBN-10: 3-89244-402-1
ISBN-13: 978-3-89244-402-2
KurztextPressestimmenAutorbiographieLeseprobe
Anna Eisners Aufstieg in der DDR-Gesellschaft und der Abstieg nach der Trennung von ihrem Stasi-Ehemann geschildert in der eindringlichen Sprache eines Berichts.
»Verlorenwasser« ist der Name eines Dorfes im Hohen Fläming, in dem Annas Schwiegereltern eine Datsche besitzen. Seitdem Anna Harald Eisner geheiratet hat, geht alles ganz einfach: Annas Vater avanciert zum Straßenbahn-Cheffahrer, Anna darf während eines Krankenhausaufenthaltes ihr Abitur ambulant ablegen und unmittelbar danach ihr erträumtes Medizin-Studium beginnen. Weitere Privilegien: die Vierzimmerwohnung in der Leninallee, der Zweitwagen, die Datsche am See, ein Motorboot. Als der behinderte Sohn Grischa zur Welt kommt, kann Anna stundenweise im Kollektiv der »Wettkampfpsychologen« bei Dynamo Berlin arbeiten. Die Welt scheint in Ordnung, doch steht die Familie nach Annas schwer begründbarem Gefühl kurz vor der Katastrophe: »Es ist das Gefühl von doppeltem Boden, von dünnem Eis.« Die Anzeichen mehren sich: Anna erfährt, daß Haralds Baubetrieb der Stasi untersteht, den Schwiegervater sieht sie plötzlich in hochdekorierter Uniform beim Parteitag. Nachdem Anna die Scheidung eingereicht hat, verläuft ihr Lebensweg in umgekehrte Richtung: Drohungen, Beschuldigungen und Willkür prägen den Alltag: Sie verliert ihren Job, landet vorübergehend in der Psychiatrie, die Tochter wird nicht zum Abitur zugelassen.
Januar 1990: Montagsdemo auf dem Berliner Alexanderplatz. Anna lernt eine ältere Dame aus Westberlin kennen. Sie kommen ins Gespräch und Anna erzählt ihre Geschichte. Es komme ihr manchmal so vor, als habe sie alles nur geträumt, sagt Anna. Aber die Angst bleibt, es könne alles wieder von vorn beginnen.
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